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Edward Zwicks neuer Film
über Probleme mit Potenz, Parkinson und Bindungen ist leichte
Komödie und bittersüße Romanze in einem.
Es erfordert große Fantasie, in einem autobiografischen
Bestseller über die pharmazeutische Steigerung von Potenz das
Potenzial für eine fiktive Romanze zu sehen, bei der überdies
eine schwere Krankheit eine tragende Rolle spielt. Das kreative
Kunststück, Jamie Reidys witziges Sachbuch über seine Jahre als
Viagra-Vertreter als Basis für einen verwegenen Genremix zu
adaptieren, gelang Autor-Regisseur Edward Zwick und seinen
Koautoren. Zwar nicht ohne Nebenwirkungen, aber doch sehr
unterhaltsam. In einer seiner besten Rollen verkörpert Jake
Gyllenhaal den charmanten Verführer Jamie Randall, der seine
bisher vorwiegend bei Frauen demonstrierten Qualitäten nun bei
spröden Medizinern einzusetzen lernt. Als neuer Vertreter für
einen großen amerikanischen Pharmakonzern muss er nun Ärzte
erobern. Wichtigster Baustein in seinem Erfolgspuzzle ist Dr.
Knight, über den er nicht nur an andere Ärzte, sondern auch an
Parkinson-Patientin Maggie Murdock (Anne Hathaway) herankommt.
Murdock und Randall sind sexuelle Piranhas, die sich
selbstbewusst nehmen, was sie wollen und schnell übereinander
herfallen, ohne einen Gedanken an Bindung zu verschwenden. Als
Randall mehr investieren möchte, beginnt ein romantischer
Kraftakt, bei dem eine Barriere überwunden werden muss, die
dieser Beziehung jede Perspektive zu nehmen scheint. Parkinson
ist im zehnten Spielfilm des sonst auf episches Kino
spezialisierten Edward Zwick vor allem ein Schatten in der
Zukunft - eine Krankheit, die im ersten von fünf Stadien gezeigt
wird, deren fatale Entwicklung im Dialog aber angedeutet wird.
Wer mehr über Parkinson mit allen Konsequenzen erfahren will,
geht besser in die Ambulanzen von Krankenhäusern, denn Zwicks
Film hat sich richtigerweise der Unterhaltung und damit seinem
Titel verschrieben. Und als solcher funktioniert er - als
witziges Porträt eines Pharmavertreters, der von der
Erfolgswelle des neu auf den Markt gekommenen Globalhits Viagra
mitgerissen wird, wie auch als Lovestory, bei der elementare
Hindernisse aus dem Weg geräumt werden müssen. Parallelen zu "Up
in the Air" sind unübersehbar, thematisch und auch in der
Qualität der Darsteller und Dialoge. Nicht nur in den
freizügigen Sexszenen ist "Love and Other Drugs" ein
Erwachsenenfilm, in den sich allerdings ein Kind verirrt hat.
Gyllenhaals Filmbruder scheint mit all seinen Handlungen aus
einem anderen, derberen Genre eingewandert und wirkt mit seinem
Migrationshintergrund, den Kömödien Judd Apatows, nie
integrationsfähig. Produktionsjahr: 2010
Komödie/Drama - USA 2010
Verleih: Twentieth Century Fox
Kinostart: 13.01.2011
Regie: Edward Zwick
Dauer: 112
Min.
FSK: ab 12 Jahre
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